21. Oktober 2017 k.A. Oktober 1917 – Oktober 2017: Petrograd, Athen, Berlin - Die Linke an der Macht

Traditionen und Perspektiven der Veränderung

Information

Veranstaltungsort

Freies Schauspiel Ensemble im Titania
Basaltstr. 23
60487 Frankfurt

Zeit

21.10.2017, 18:00 - 21:30 Uhr

Themenbereiche

Geschichte

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Oktober 1917: Die Bolschewiki ergreifen die Macht im  zaristischen Russland. Millionen auf der Welt sahen seitdem im »Vaterland aller Werktätigen« ihre ideologische Heimat. Trotz des stalinistischen Terrors und auch wegen des Sieges über den deutschen Faschismus. Die Strahlkraft der Oktoberrevolution reichte weit ins 20. Jahrhundert – nachlassend bis zum Zusammenbruch des »Ostblocks«.

Charakteristisch für die Oktoberrevolution war, dass eine revolutionäre Minderheit die Macht unter Führung einer revolutionären Partei errang. In wie weit dieser nicht-demokratische Vorgang die Wurzel der Entartung schon in sich trug, wie Rosa Luxemburg früh befürchtete, ist immer wieder Gegenstand der historischen Debatte. Fakt bleibt: Die Oktoberrevolution beschreibt den Schlüssel zur Machtübernahme und der völligen Veränderung Russlands. Und was wäre die Alternative gewesen?

Niemand glaubt heute, dass sich Veränderungen genau auf diesem Wege wieder ereignen werden. Ist damit der Anspruch auf Veränderung obsolet geworden? Syriza in Griechenland und DIE LINKE in Deutschland sagen Nein. Sie begeben sich tagaus tagein auf den mühevollen Weg der »politischen Willensbildung des Volkes« (Artikel 20 des Grundgesetzes). Wo sie es geschafft haben, Teil oder gar führende Kraft einer Koalitionsregierung zu werden, sehen sie sich einem juristischem Regelwerk ausgesetzt, das in weiten Teilen die Handschrift ihrer politischen Gegner trägt. Vom Umsturz der herrschenden Verhältnisse kann keine Rede sein, eher von dem Versuch einer Schadensbegrenzung für die Gesellschaft als Ganzes und insbesondere für deren ärmere Hälfte. So bleibt auch hier bleibt die Frage: Was wäre die Alternative?

Nur, wie wirksam sind die auf dem parlamentarischen Weg zu erreichenden Veränderungen? Wie groß ist die (Gestaltungs-)Macht von Linken im parlamentarischen System und gar noch in Koalitionen? Wie läßt sich die Zustimmung der Bevölkerung und damit die Macht der Linken weiter ausbauen? Welche Rolle spielen dabei Bewegungen wie attac?

Es diskutieren Giorgos Chondros (SYRIZA Griechenland, Vorstandsmitglied), Susanne Hennig-Wellsow (Partei- und Fraktionsvorsitzende DIE LINKE, Landtag Thüringen), Dr. Gert Meyer (Historiker, Marburg) und Alexis Passadakis (attac, Mitglied des Koordinierungskreises). Moderation: Dieter Storck (Rosa-Luxemburg-Stiftung Hessen, Vorstandsvorsitzender).

Das Freie Schauspiel Ensemble im Titania schafft den künstlerischen Rahmen mit Auszügen aus ICH WERDE SEIN, das Drama Rosa Luxemburg 

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