Nachricht | Deutsche / Europäische Geschichte - Stadt / Kommune / Region Wem gehört die Paulskirche?

Videodokumentation der Buchvorstellung

»Mag sich die offizielle Politik auch noch so sehr bemühen, das Nachdenken im Event zu ersticken oder in den Feierlichkeiten zu ersäufen: Immer wieder werden mindestens einzelne Menschen sich daran erinnern, dass die Wünsche und Hoffnungen der Menschen nicht folgenlos im Fahrstuhl der Geschichte verschwinden, sondern dass jähe Wendungen künftiger Ereignisse möglich sind. Diesem bedeutenden Erbe von 1848 wird auch die aufwendigste Erinnerungsmaschinerie nicht entrinnen können.« Hilmar Hoffmann (ehemaliger Kulturdezernent der Stadt Frankfurt) 1998, anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der Deutschen Revolution.

Der Mühe, sich der Erinnerungsmaschinerie, die sich zur 175-Jahr-Feier Paulskirche in 2023 schon warmläuft, entgegen zu stellen, hat sich Rainer Lehmann, mit seinem Buch: »Wem gehört die Paulskirche?« unterzogen. (Erschienen im ag-lit Verlag, mit Förderung der Rosa-Luxemburg-Stiftung Hessen, ISBN  978-3-935043-12-0)

Der Autor lüftet architektonische, historische und gesellschaftspolitische Hintergründe der Paulskirche, bzw. der 1848 Revolution, die im offiziellen Erinnerungsbetrieb bisher kaum eine Rolle spielten. Im Nachwort beantwortet Dominike Pauli, Fraktionsvorsitzende DIE LINKE.im Römer, die gestellte Frage ganz aktuell und ganz konkret. Das Erscheinen des Buches nahmen wir zum Anlass für eine Diskussion mit Pauli, Lehmann und Stephan Hebel, Redakteur der Frankfurter Rundschau.

Rainer Lehmann, Jahrgang 1952, studierte Erziehungswissenschaften und Philosophie in Frankfurt/M, arbeitete als Sozialwissenschaftler in der Bildungsforschung, Gutachter, Wissenschaftsjournalist und Dozent. Zwischen 1989 und 1999 verfolgte er als Consulting-Manager den Niedergang des »realexistierenden Sozialismus« in Ost-Europa. Danach wurde er Geschäftsführer der »Lobby für Wohnsitzlose und Arme« in Frankfurt/M. Dort lebt, liest, schreibt, raucht, trinkt und philosophiert er noch heute als Sozialrentner.

Dominike Pauli, Jahrgang 1958, studierte Rechtswissenschaften in Frankfurt/M, verzichtete auf den universitären Abschluss, wurde in der Marktforschung und als selbstständige Einzelhändlerin tätig. Bis 1992 war sie Mitglied in der CDU. Seit April 2011 amtiert sie als Fraktionsvorsitzende für DIE LINKE. im Frankfurter Römer.