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Vollständig überarbeitete Neufassung der Studie 9/2022.
Wasserstoff (H2) und seine Folgeprodukte werden künftig eine wichtige Rolle bei der Dekarbonisierung der Volkswirtschaften spielen. Die vorliegende Studie untersucht zunächst die Rolle von sauberem Wasserstoff und die Faktoren, die den Einsatz von Wasserstoff unausweichlich machen. Im Weiteren wird gezeigt, dass Wasserstoff sehr gezielt und sparsam eingesetzt werden muss, da seine Herstellung in Deutschland begrenzt sein wird und mit ausreichenden und kostengünstigen Importen von grünem Wasserstoff in naher Zukunft kaum zu rechnen ist.
Eine Studie im Rahmen des Projekts «Sozial-ökologische Transformation der deutschen Industrie», in dessen Rahmen sieben weitere Studien entstanden sind.
Engpässe an verfügbarem grünen Wasserstoff werden zumindest in Teilbereichen der Industrie zur Achillesferse des Klimaschutzes werden. Eine Verschwendung von Wasserstoff durch ineffiziente Anwendungen, etwa für den Antrieb von Automobilen oder für die Gebäudewärme, würde zulasten jener Anwendungsbereiche gehen, in denen im Zuge des Umbaus der Industrie hin zu einer klimaneutralen Produktion der Wasserstoffbedarf unabwendbar steigen wird: Das betrifft insbesondere die Stahl- und Chemieindustrie, im Fortgang auch die Luft- und Seefahrt sowie Backup-Systeme im Strombereich.
Eine Wärme- und Verkehrswende, die auf «grüne» Gase und synthetische Kraftstoffe für einen Großteil der Häuser und im Straßenverkehr setzten würde, stünde auf tönernen Füßen. Denn die Bezugsoptionen für die Unmengen an wasserstoffbasierten Brenn- und Kraftstoffen, die dann benötigt würden, wären mehr als wacklig. Man wäre erneut abhängig von riesigen Wirtschaftszweigen im Ausland, die im Fall von Wasserstoff heute allerdings noch nicht einmal im Ansatz existieren und teilweise in äußerst sensiblen Regionen außerhalb Europas lägen. Zudem begrenzen die absehbar hohen Kosten für sauberen Wasserstoff seine Anwendungen auf das absolut Unabwendbare.
Inhalt
- Zusammenfassung
- 1 Künftige Einsatzfelder für Wasserstoff
- 2 Kleine Farbenlehre des Wasserstoffs
- 3 Der effiziente Einsatz von Wasserstoff spielt eine Schlüsselrolle
- 4 Die Nationalen Wasserstoffstrategien
- 5 Wasserstoffbedarf und -erzeugung
- 6 Die Wasserstoffblase platzt– nicht nur in Deutschland
- 7 Importe von Wasserstoff und seinen Folgeprodukten
- 8 Kosten explodieren
- 9 Grüne Leitmärkte
- 10 Was zu tun ist
Zum Autor
Uwe Witt hat Volkswirtschaft studiert und ist Referent für Klimaschutz und Strukturwandel
der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Er arbeitete zuvor als Mitarbeiter einer Bundestagsabgeordneten
bzw. als Referent für Klima und Energie in der Bundestagsfraktion DIE LINKE.
Zudem war er längere Zeit als Journalist tätig. Er lebt in Berlin.


